Naturschutzverein Mittelangeln e.V.: Mehr tun für die Insekten

Jetzt liest und hört man es überall: nicht nur die Bienenvölker der Imker – nein, alle Insekten gehen erheblich zurück. Insektenkundler aus Krefeld haben seit Ende der 80er Jahre bei den fliegenden Insekten in Naturschutzgebieten von der Eifel bis Mecklenburg-Vorpommern einen Rückgang von über 75% festgestellt. Diesen erschreckenden Zustand, der außerhalb der Naturschutzgebiete logischerweise noch deutlicher ist, kann jeder bestätigen, der in den 60er bis 80er Jahren mit offenen Augen spazieren gegangen ist
Wie kommt es? Was hat sich für die Insekten geändert? Auch das weiß jeder, der gründlich zurückdenkt: viele Lebensmittel waren deutlich teurer und der Landwirt bekam mehr für seine Produkte. Er hatte keine Probleme, hier und da kleine, schwierig zu bewirtschaftende „Ecken“ liegenzulassen. Auf denen konnte sich dann das blühende „Unkraut“ entwickeln, auf dem die Insekten Pollen und Nektar finden. Die Samen sicherten die Blüte des nächsten Jahres und die trocknen Stängel sicherten Raupen und Puppen eine Überwinterungsmöglichkeit. Durch Effizienzdruck – manchmal vielleicht auch unbewusst – verschwinden diese Ecken – und damit dort auch die Insekten.
Welche Restflächen bleiben übrig? Was können wir tun?
Weg- und Grabenränder, landwirtschaftlich nicht nutzbare und Sonderflächen und natürlich die Hausgärten können helfen, wenn wir bereit sind, die „heilige Kuh Ordnung“ ein klein wenig lockerer zu sehen. Weg- und Grabenränder wurden zurückhaltender gemäht, sie waren bunter, nektar- und pollenreicher und die Samen konnten sich entwickeln An ein Programm für Insekten und die jetzige Situation dachte kaum jemand. Einige Landwirte haben ein eigenes Programm: Sie heben beim Säen an den problematischen Ackerstellen die Drille an: Diese Offenstellen werden zu Blüteninseln, wenn dort nicht gespritzt wird.
Äußerst wichtig sind auch die Hausgärten, wenn die Besitzer bereit sind, neben den „nur“ schönen Pflanzen auch schönen Insektenpflanzen einen sonnigen Platz zu geben.
Der Naturschutzverein Mittelangeln wird Pflanzen und Regio-Saatgut von Pflanzenarten anbieten, die besonders insektenfreundlich sind. Bevorzugt werden die im Großraum Angeln und Umgebung heimischen Arten („Regio“), aber auch „schöne Blumen“, wenn sie viel Nektar oder Pollen bilden. Die angebotenen ein- und zweijährigen Arten sollen sich durch den Samen selbst vermehren, die zweijährigen mit einer „Pause“ im ersten Sommer, wenn sich die Rosette entwickelt. Oder: Rosette pflanzen und Samen aussähen, so blühen sie jedes Jahr. Die unverwüstlichen Stauden, Zwiebel- und Knollenpflanzen sind natürlich äußerst praktisch. Wer dann noch beim Standort der Stauden ein wenig an Sonne, Halbschatten oder Schatten denkt, macht alles richtig.
Manfred Koch
Naturschutzverein Mittelangeln e.V.

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