Schnarup-Thumby: Johannifeier

Die Johannifeier von Schnarup-Thumby ist eines der Highlights im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde und ihrer Umgebung. Durch die gemeinsame Kirchengemeinde besteht bereits eine enge Beziehung zu Struxdorf. Und durch die Neubildung der kirchlichen Region Angeln Süd kamen auch Besucher aus Nübel, Twedt und Satrup auf den Pastoratshof von Thumby. Dort beginnt traditionell die Feier. Diesen ersten eher weltlichen Teil bestreiten die Chöre von Schnarup-Thumby. Die große Chorgemeinschaft Thumby-Struxdorf unter der Leitung von Natalia Siegfried begrüßte die unter dem Lindenbaum sitzende Gesellschaft mit „Der Lindenbaum“. Sie blieben auch im Weiteren diesem volkstümlichen Liedgut treu. Der achtköpfige Chor Cantabene unter Leitung von Tanja Dohme setzte dagegen auf künstlerische, vielstimmige, komplizierte Chorsätze. Beide Chöre traten auch noch in der Kirche auf, in welcher der zweite Teil der Feier stattfand.
Pastor Christoph Tischmeyer und Pastorin Dorothee Svarer, die neu in der Region ist, machten statt Predigt einen Rückblick auf ein Jahrhundert evangelischer Kirche und
ihrer Auswirkungen auf Familien. Mit sehr persönlichen Geschichten begannen sie mit der Zeit des Ersten Weltkriegs, in dem die „Schwarze Pädagogik“ mit Gehorsam und Prügel in den Familien praktiziert und von der Kirche gutgeheißen wurde. Das Dritte Reich stellten sie in das Spannungsfeld zwischen Gleichschaltung und Widerstand durch die bekennende Kirche. Die achtundsechziger Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs, in der auch in der Kirche die jungen Rebellen den Ton angaben und Frauen mehr Führungsaufgaben übernahmen. Die heutige Zeit empfanden sie als konsequente Weiterentwicklung der Geschichte.Die Feier endete wie in jedem Jahr mit Geselligkeit bei Salaten und Würstchen.

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