Katzenkastration: Viele Gemeinden beteiligen sich nicht

Es ist allgemein bekannt, dass es in Schleswig-Holstein, somit auch im Kreisgebiet und in unseren Amtsbereichen Mittelangeln und Südangeln zu viele wildlebende Katzen gibt. Die Folge: Die Katzen finden oft nicht ausreichend Futter und leiden unter Krankheiten. Gleichzeitig bekommen sie viele Junge. Je mehr wildlebende Katzen, umso mehr Katzenelend. Um dieses einzudämmen, gibt es die Katzenkastrationsaktion. Seit dem 15. Oktober können wieder herrenlose Katzen in Teilen Schleswig-Holsteins kastriert werden. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Aktion mit 90.000 Euro; der Tierschutzbund gibt weitere 10.000 Euro dazu. Die Tierärzte spenden ihr Honorar. 50 Prozent der auf ihrem Gebiet entstehenden Kosten übernehmen die Gemeinden. Und hier beginnt das Problem, denn viele Gemeinden beteiligen sich gar nicht an der Aktion. So berichtete die Präsidentin der Tierärztekammer Schleswig-Holstein Dr. Evelin Stampa aus Satrup in der NDR-Fernsehsendung „Schleswig-Holstein um 18 Uhr“ am 16.10.2018, dass landesweit nur 60 Prozent der Gemeinden an der Kastrationsaktion teilnähmen. Die Tierärztin stellte fest, dass in unserer Region die Gemeinden im Amt Südangeln mit Sitz in Böklund nicht beteiligt seien. So musste die Tierärztin in ihrer Satruper Praxis schon ein Tier aus dem Südangler Amtsbereich zurückweisen, weil die Kosten zur Behandlung dieses Tieres nicht
gedeckt gewesen wären. In diesem Falle hatten die „Fänger“ des Tieres die Kastration schließlich aus eigener Tasche bezahlt, was ja nicht im Sinne der Maßnahme gewesen sein
könne. Einen Kater zu kastrieren – so Stampa – kostet 59 Euro, während für eine Katze 115
Euro fällig werden. Nach Informationen des NDR würde die Tierärztekammer Schleswig-Holstein die Aktion gerne ausweiten. Die Präsidentin Dr. Evelin Stampa geht davon aus, dass eine einmalige Aktion pro Jahr nicht ausreicht, denn schließlich bekommen Katzen zweimal im Jahr Nachwuchs. Bleibt die Frage, inwieweit die landesweite Kastrationsaktion nachhaltig wirksam sein kann, wenn sie durch eigenbrötlerische Beschlüsse von Kommunen und Amtsverwaltungen letztlich unterlaufen werden kann. Hier wäre mehr Abstimmung über die Gemeinde- und Verwaltungsgrenzen hinweg sicherlich wünschenswert.
Ulrich Barkholz

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