Fahrt zum sh:z Druckzentrum Büdelsdorf: Wie entsteht eine Zeitung?

Zum 3. April hatte der Kultur-und Sozialausschuss Schnarup-Thumby durch Initiative von Heiko Koll und Otto Bartsch zu einem Ausflug nach Büdelsdorf eingeladen. Wie entsteht nochmal eine Zeitung? Diese Frage stellte ich mir, da mein Besuch im Axel Springer Verlag in Hamburg bereits ein paar Tage (25 Jahre) her war, meldete ich mich an. Um 18:30 Uhr hielt unser persönlicher Chauffeur des Abends, Heiko Koll, direkt vor der Haustür und sammelte Siggi Kühnel und mich ein. Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Alten Schule in Schnarup-Thumby starteten wir mit drei Autos und insgesamt zehn Leuten Richtung Büdelsdorf.
Pünktlich erreichten wir unser Ziel und wurden von Heinz Folgmann begrüßt. Herr Folgmann informiert als Referent interessierte Menschen über die Entstehung der Zeitung. Er selbst hat als Setzer und Drucker gearbeitet und konnte daher einiges Wissen, auch aus früheren Zeiten, an uns weitergeben.
Zum Auftakt des Abends gab es einen Film. Hier durften wir erfahren, wie der Ablauf, über das Bundesland verteilt, für die Entstehung einer Zeitung vonstattengeht. Durch die Vernetzung via Internet können von den entsprechenden Außenstellen der sh:z Berichte und Anzeigen verschickt werden. Wir erfuhren, dass ein Teil in jeder Zeitung, welche von dem sh:z erstellt werden, identisch ist. Nämlich die der landes- und bundesweiten Presse. Die regionalen Berichte variieren von Zeitung zu Zeitung. Z.B. Sylter Rundschau, Schlei-Bote, Schleswiger Nachrichten und das Flensburger Tageblatt. Ich stellte mir bei diesem eindrucksvollen Film die Frage, welcher Posten mich persönlich bei so einer Zeitung ansprechen würde. Der Posten des Reporters vielleicht? Da könnte ich entsprechende Berichte verfassen. Aber der Redakteur kürzt diese Texte ggf. ein, um sie „passend“ zu machen. Diese Vorstellung fand ich doof. Also den Posten des Redakteurs? Viel Verantwortung und Arbeit „auf die letzte Minute“, da Ergebnisse manchmal spät zum Redaktionsschluss vorliegen und dann entsprechend agiert werden muss, wenn es um die Titelseite geht. Also gar keine leichten Aufgaben. Aber spannend!
Herr Folgmann zeigte uns die Alu-Druckplatten, welche für die Arbeit in dem Druckzentrum unerlässlich sind. Eine solche Platte kostet ca. 3,50 Euro und kann nur einmal verwendet werden. Das Druckzentrum Büdelsdorf druckt im Berliner Format. Viele Fachausdrücke, Zahlen und Eindrücke flogen uns regelrecht um die Ohren. Dann war es 21 Uhr und wir durften den Druckern über die Schulter schauen, als die MAN Maschine (eine von insgesamt drei Maschinen) anlief, um als erstes die Sylter Rundschau zu drucken. Hier und da mussten im bereits laufenden Druckbetrieb Änderungen an den Farben vorgenommen werden. Uns als Endverbraucher stört eine leicht abweichende Farbnuance sicher weniger, wohl aber die Anzeigenkunden, welche viel Geld für diese Anzeigen bezahlen. An einem Pult wurden ein paar Knöpfe gedrückt und immer wieder mit einer bereits fertigen Zeitung abgeglichen, bevor die drei Drucker zufrieden waren. Nach kurzer Zeit hielten wir eine noch leicht feuchte, frisch gedruckte Sylter Rundschau in den Händen. Ich war fasziniert. Ich konnte um 21:10 Uhr bereits eine Zeitung lesen, welche auf Sylt erst am nächsten Morgen mit der ersten Fähre ankommen würde. Aus diesem Grund wurde diese Zeitung auch als erstes gedruckt. Mit einer Auflage von 4.599 Stück für den Abend. Die Auflagengröße variiert nach Wochentagen, Ferien und Feiertagen bei jeder Zeitung.
Danach zeigte Herr Folgmann uns das Papierlager. Das Papier, welches aus Finnland, Schweden und Deutschland kommt, wird mindestens 14 Tage bei 16 Grad und mit einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent gelagert, bevor es in die Verarbeitung kommt. Im Druckerzentrum Büdelsdorf arbeiten 120 Mitarbeiter in drei Schichten.
Ich könnte noch viel mehr erzählen, da mich dieser Besuch wirklich beeindruckt hat. Aber vielleicht hat es Sie ja eher neugierig gemacht und Sie machen sich auch einmal auf den Weg und lassen sich von Heinz Folgmann in die Entstehungsgeschichte unserer Tageszeitung einweihen. Ich persönlich kann sagen: Es lohnt sich!
Stefanie Merkel

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