Zukunftsbilder junger Landwirte: Ausstellung „Bauer 2.0“


Die Ausstellung „Bauer 2.0“ über die Zukunftsbilder junger Landwirte ist eine Fortsetzung des Projekts „Landwirtschaft trifft Kunst“, die im letzten Jahr stattfand. Dazu entwickelten Künstler aus der deutsch-dänischen Grenzregion eigene Positionen und stellen sie im Atelier „Anka und Anders“ in Struxdorf aus. Hausherrin Anka Landtau hat dazu ein Video über einen alten, noch immer existierenden Kuh- und Pferdestall gedreht. Außerdem präsentiert sie Gewebe und Kleidung aus Kuhmist und transportiert moderne Monitore auf einer Schubkarre aus dem vorletzten Jahrhundert. „Die Zukunft der Landwirtschaft ist nicht nur die Zukunft der Menschen sondern die Zukunft der Lebensgemeinschaft alles Lebendigen“, sagte sie dazu. Christiane Limper aus Flensburg weist in großformatigen Fruchtbildern auf die Möglichkeit hin, die ganze Menschheit gut zu ernähren. Gleichzeitig ließ sie sich aber auch als Bauer 2.0 in einem Seuchenanzug durch Christian Lucassen aus Sörup fotografieren und stellte sich selbst als Model in den Kuhstall. Johannes Caspersen aus Flensburg präsentiert einen großformatigen Polyeder, der in viele Richtungen weist und die GPS-gesteuerte Zukunft der Landwirtschaft darstellen soll. Im Außenbereich hat er einen riesigen durchsichtigen Kubus um einen Baum herum aufgebaut, der die vielen möglichen Blickwinkel eines Landwirts zeigen soll. Rick Towle aus Apenrade versucht Heimat 2.0 in vielen Polaroid-Aufnahmen darzustellen. Die über 60 Besucher der Ausstellungseröffnung am Sonntag hatten viel zu entdecken und diskutierten noch lange mit den Künstlern über die einzelnen Exponate. Struxdorfs Bürgermeister Dieter Thiesen lobte die Idee, Kunst aufs Land zu bringen und dadurch auf die belästigungsfreie Gegend hinzuweisen, in der man leben und wohnen könne. Die Einführung in die Ausstellung macht Landtagsabgeordneter Johannes Callsen, der selbst einen Ackerbaubetrieb führt. Er wies auf die geänderte Form der Landwirtschaft hin, die heute nach globalen Regeln funktioniere. Deshalb müsse die Politik darauf achten, die bäuerliche Landwirtschaft als Teil des ländlichen Raumes zu erhalten. „Vor diesem Hintergrund habe ich große Hochachtung vor den jungen Landwirten, die mit viel Idealismus und Verantwortung, mit Verbundenheit zur Region, zu Tieren, zu Natur und Umwelt ihre Höfe führen“, sagte er. Und wenn diese jungen Menschen dann auch noch an einem Kunstprojekt teilnähmen, in dem es um die Zukunft der Landwirtschaft ginge, sei dies besonders spannend, so Callsen. Die Ausstellung Bauer 2.0 im Atelier Anka und Anders, Bellig 4, 24891 Struxdorf ist bis zum 22. September nach telefonischer Voranmeldung unter Telefon 04623/7503 ganztägig geöffnet. Foto: Sie präsentieren die Zukunft der Landwirtschaft in einem großräumigen Polyeder (von links): Anka Landtau, Johannes Callsen, Dieter Thiesen, Christiane Limper, Christian Lucassen, Johannes Caspersen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*

code