Bernstorff-Gymnasium Satrup: „Signs Of The Times“ – ERASMUS+-Projektfahrt nach Finnland

Am 27. Oktober 2019 war es nach langem Warten und Vorbereiten endlich soweit: Unsere letzte Erasmus+-Fahrt nach Finnland stand an. Uns standen insgesamt 5 Tage in dem kleinem Örtchen Forssa sowie ein Tag in der Hauptstadt Helsinki bevor, welche wir gemeinsam mit unseren Lehrern Frau Schmidt und Herrn Lücke sowie weiteren Austauschschülern aus Bulgarien, Rumänien und selbstverständlich auch aus Finnland verbringen sollten.

Nachdem wir am 27. Oktober gegen 19 Uhr in Forssa ankamen, wurden wir herzlich von unseren finnischen Austauschschülern begrüßt und fuhren mit ihnen nach Hause, wo wir unsere erste Nacht bei ihren Familien verbrachten. Die meisten finnischen Häuser sind übrigens aus Holz erbaut. Die Inneneinrichtung im Haus meiner Gastfamilie enthielt vor allem Felle, einen Kamin, eine moderne Einrichtung und selbstverständlich auch eine finnische Sauna. In Finnland scheint es üblich zu sein, dass Jugendliche nicht nur gemeinsam mit ihren Eltern zu Abend essen, sondern generell einen Großteil ihrer Freizeit gern mit ihren Eltern zusammen verbringen. So hatte ich das Vergnügen auf einen gemeinsamen Spieleabend mit der ganzen finnischen Gastfamilie.

Die Schule unserer Austauschschüler, die wir ab dem nächsten Tag besuchten, weist einige Unterschiede zu unserer deutschen Schule auf. Das ebenfalls aus Holz gebaute Lyceum machte auf mich einen altmodischen aber gemütlichen Eindruck. Jeden Mittag um 11:30 Uhr gab es hier typisches finnisches Mittagessen, zu dem natürlich auch Knäckebrot gehörte. In dieser Zeit konnten wir uns mit den anderen Schülern austauschen und Pläne für den Nachmittag bzw. Abend schmieden. Viel Arbeit an PCs und Technik bestimmen an dieser Schule den Alltag der Schüler. Für sie ist es selbstverständlich, überall ihr Handy zu nutzen, der Unterricht wurde statt über Tafel und Kreide ausschließlich mit digitalen Medien durchgeführt. Sogar die Bücher waren digital. Auch wir arbeiteten in dieser Woche ganz intensiv mit digitalen Medien und auf der in Finnland üblichen Schulplattform.

Inhaltlich starteten wir jeden Schultag mit einem persönlichen digitalen Portfolio über uns selbst. Dieses gestaltete jeder so, wie es ihm am Liebsten war. Einige schrieben beispielsweise Blogeinträge über das Erasmus+-Projekt, sich selbst oder über die Woche in Finnland. Bei dieser Aufgabe waren unserer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Nachmittags bearbeiteten wir weitere Themenfelder:

An einem Tag beispielsweise spazierten wir in kleinen Gruppen durch Forssa, um sogenannte ‚Hinterland‘-Fotos zu machen, indem wir teilweise verlassene Häuser oder auch Eiskristalle auf Blättern fotografierten. Für eine spätere Ausstellung wurden davon aber nur die besten Bilder ausgewählt.

An einem anderen Tag fuhren wir mittags in ein Waldgebiet auf einer Anhöhe, um von dort aus die wunderbare finnische Natur mit ihren Seen und Wäldern bewundern zu können und – wer wollte – um ein paar Treppen zu steigen: ca. 100 Stufen hoch, um von einem Turm eine noch bessere Rundumschau zu bekommen, ca. 350 Stufen hinunter, um an einen der umliegenden Seen zu gelangen.

Am selben Nachmittag fuhren wir noch in ein Kunstmuseum, wo wir skurrile aber einzigartige Skulpturen eines jungen finnischen Künstlers zu sehen bekamen.

Das Thema ‚FaktaBaari‘ beschäftigte uns ebenfalls einen Tag lang. Darunter versteht man das Untersuchen von beispielsweise Zeitungsartikeln oder Beiträgen auf Facebook und versucht zu erkennen, bei welchen Nachrichten es sich um sogenannte ‚Fake News‘ handelt. Dazu haben wir verschiedene Webseiten erklärt und gezeigt bekommen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. FaktaBaari ist das finnische Pendant zum deutschen correctiv.org.

So unterschiedlich die einzelnen Unterrichtstage auch waren, jeden beendeten wir mit einem sogenannten gezeichneten ‚Diary‘. Dabei bekamen wir täglich einen neuen Begriff zugeteilt, zu dem wir ein schnelles Bild skizzieren sollten. Es war jedes Mal interessant, wie die anderen Schüler den vorgegebenen Begriff interpretieren und was sie dazu zeichnen.

Nach fünf wunderschönen Tagen voller Arbeit und Tatendrang, in denen wir finnische Saunen, neue, supernette Leute und natürlich das finnische Schulsystem kennenlernen durften, war es Zeit, unseren finnischen Austauschschülern ’näkemiin‘ (auf Wiedersehen) zu sagen. Und ehe wir uns versahen, saßen wir deutschen, rumänischen und bulgarischen Gäste schon wieder im Bus in Richtung Helsinki, um dort noch einen letzten finnischen Abend zu genießen.

Bevor wir am zweiten Oktober unsere Heimreisen antraten, machten wir noch Sightseeing in Helsinki, besuchten unter anderem die neue Bibliothek – ein architektonisches Meisterwerk – und ließen unsere letzte gemeinsame Erasmus+-Fahrt Revue passieren.

Das Projekt startete im Januar 2018 in Deutschland, wurde in Rumänien und Bulgarien fortgesetzt und fand nun seinen Abschluss in Finnland. Für das Jahr 2020 ist noch einmal eine Ausstellung im Bernstorff-Gymnasium geplant, die wir rechtzeitig noch einmal ankündigen werden und zu der wir jetzt schon herzlich einladen. Eins sei jetzt schon verraten: Wir haben neue Freunde gewonnen, neue Erfahrungen gemacht, Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt, Zusammenhalt erfahren und an jedem Ort eine geniale gemeinsame Zeit gehabt! Ich bin dankbar, dass ich bei diesem Projekt teilnehmen durfte, denn es hat mein Leben sehr bereichert!

Vanessa Steinke (OIA)

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