50 Jahre Dorfgemeinschaft Schnarup-Thumby: Neujahrsempfang zum Jubiläum

Mit einem Neujahrsempfang in der Alten Schule von Thumby eröffnete die Gemeinde Schnarup-Thumby ihr Jubiläumsjahr, in dem sie 50 Jahre alt wird. Mehr als 50 Bürger, d. h. etwa zehn Prozent der Einwohner, nahmen an diesem Empfang teil, zu dem Kaffee, Kuchen und Schmalzbrote gereicht wurden. Kultur- und Sozialausschussvorsitzender Hans-Otto Bartsch war von der Resonanz auf seine Einladung begeistert. „Das zeigt, dass in unserem Dorf noch alles stimmt“, erklärte er.
Bürgermeister Andreas Bonde begrüßte alle Gäste und gab das Motto des Jubiläumsjahres bekannt: „50 Jahre Dorfgemeinschaft Schnarup-Thumby, gemeinsam gehen wir in die Zukunft“.


Im Anschluss daran begaben sich alle Besucher auf den Vorplatz, wo das erste Plakat mit diesem Motto aufgestellt wurde. Bonde wies darauf hin, dass noch eine offizielle Jubiläumsfeier am Sonnabend, 6. Juni, geplant sei. Er lud alle Interessierten zur Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses am Montag, 10. Februar, um 19.30 Uhr ein. Hier könne sich jeder an der Gestaltung des Jubiläumsprogramms beteiligen.
Auch Zeitzeugen kamen beim Empfang zu Wort. Hans Konrad Sacht, „Geburtshelfer“ und erster Bürgermeister der Gemeinde Schnarup-Thumby, erinnerte in einem Rückblick an die Überzeugungsarbeit, die die Kommunalpolitik leisten musste, bis eine fast einstimmige Mehrheit für die Fusion zustande kam. Gleichzeitig lobte er die in der Zwischenzeit geleistete Arbeit der Ehrenamtler. „Denn die Gemeindearbeit besteht aus vielen Kleinigkeiten, die geregelt werden müssen“, erklärte er. Und er wünsche sich, dass immer wieder junge Leute nachwüchsen, die das Ehrenamt stärkten.
Auch Pastor Christoph Tischmeyer lobte das Wir-Gefühl. „Für mich ist Schnarup-Thumby ein richtiges Dorf-Dorf“, bekannte er. Und er lebe gerne hier – auch wenn alle Leute erst einmal lachen würden, wenn sie erführen, wie sein Wohnort heiße.

Dieser Gedenkstein markiert die ehemalige Grenze zwischen den Gemeinden Schnarup und Thumby.


Dass es auch massiven Widerstand gegen die Fusion gab, deckte Susanne Fritz auf. Die damals Zwölfjährige hatte mit Altersgenossinnen sogar einen Protestmarsch geplant. „Wir wollten Thumbyer bleiben und nicht Schnarup-Thumbyer werden“, verriet sie. Deshalb hatten sie damals am neuen Ortsschild auch den Schriftzug „Schnarup“ überklebt.
Zum Abschluss des Empfangs zogen die Teilnehmer zu Fuß zum Gedenkstein an der Schnaruper Straße, der symbolisch die Grenze zwischen den Ortsteilen Schnarup und Thumby bildet. Dort wurde mit Punsch auf das neue Jahr angestoßen.
Claus Kuhl

Die Geburt von Schnarup-Thumby
1966 waren Thumby und Schnarup eigenständige Gemeinden im Amt Struxdorf, zu dem auch die Gemeinden Struxdorf und Uelsby gehörten. Dieses Amt hatte etwa 2000 Einwohner. Da das Land Schleswig-Holstein aber durch eine Kommunalreform Amtsmindestgrößen von 5000 Einwohnern vorsah, mussten die Gemeinden eine neue Heimat finden. Thumby und Schnarup orientierten sich zum Amt Satrup.
Gleichzeitig wünschte das Land auch größere Gemeinden. Zusammenschlüsse wurden mit einem „Kopfgeld“ von 100 D-Mark belohnt. Für Schnarup-Thumby bot sich eine derartige Fusion an. Denn Schnarup bestand aus den Ortsteilen Schnarup und Köhnholz. Die Verbindung dieser Ortsteile funktionierte nur über die Gemeinde Thumby. Die Interessen waren deckungsgleich. Die beiden Gemeinden bildeten bereits einen Schulverband, einen Feuerwehrverband und waren in der gleichen Kirchengemeinde. Weitere Gemeinsamkeit war die Spar- und Darlehensbank. Dennoch bedurfte es jahrelanger Vorarbeit, bis am 5. Februar 1970 beide Gemeindevertretungen fast einstimmig sich für die Fusion entschieden, die rückwirkend offiziell am 1. Januar 1970 stattfand. Die rund 70 000 D-Mark Kopfgeld wurden für den Straßenbau verwandt.

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