Aus 7 mach 1: E i n e Kirchengemeinde im Bereich Angeln-Süd

In fast allen Kirchengemeinden der Region Angeln-Süd haben im November Gemeindeversammlungen stattgefunden, in denen die interessierten Kirchenmitglieder über anstehende Veränderungen in der Region umfassend informiert wurden. Dann haben alle sieben Kirchengemeinderäte getagt und einen Beschluss gefasst: Dass sie sich auf den Weg machen wollen, sich zu einer einzigen großen Kirchengemeinde zusammenzuschließen. Warum?
Gegenwärtig gibt es in der Nordkirche noch etwa 1700 Pastorinnen. In den nächsten 10 Jahren werden etwa 900 Pastorinnen in den Ruhestand gehen; die geburtenstarken Jahrgänge nähern sich dem Ruhestand. Aber nachrücken werden im selben Zeitraum nur etwa 300 Pastorinnen; das liegt u.a. daran, dass geburtenschwache Jahrgänge nachkommen. Aber es schlagen auch nicht genügend junge Frauen und Männer den Studienweg zum Pastor ein. Wenn im Jahr 2030 also etwa 1100 Pastores Dienst tun, liegt auf der Hand, dass in jedem Kirchenkreis weitere Stellen wegfallen werden. Der Nordkirche liegt aber sehr daran, dass auch die pastorale Versorgung der Landgemeinden gesichert bleibt. Wenn nun in zwei bis vier Jahren meine geschätzten drei Kolleginnen in den Ruhestand gehen, werden wir in unserer Region zwei neue Pastoren für die Arbeit HIER begeistern müssen. Die Stellenausschreibung muss attraktiv sein: ein schönes Pastorat, eine Region, die geordnet ist, in der sie nicht in drei verschiedenen Kirchengemeinderäten sitzen müssen und wo die Verwaltungsarbeit überschaubar bleibt; damit genügend Zeit bleibt für die eigentliche Arbeit eines Pastors: Gottesdienst, Amtshandlungen, Seelsorge.
Das zweite ist, dass die Zahl der Kirchenmitglieder abnimmt. Das liegt zum einen daran, dass im Laufe der Jahre mehr Kirchenmitglieder sterben als durch Taufe neu hinzukommen Zum anderen treten auch immer wieder Einzelne aus der Kirche aus.
Die Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen müssen also ihre Kräfte bündeln; das geht am besten mit einer engen Zusammenarbeit. Die vier Pastores – derzeit sind es Dörte Boysen, Dorothee Svarer, Detlef Tauscher, Christoph Tischmeyer – verstehen sich schon als Team. Die Verwaltungsarbeit kann gebündelt werden, indem es einen Kirchengemeinderat gibt; sonst beraten wir in sieben Kirchengemeinden oftmals ähnliche Dinge. Ein Kirchenbüro für alle haben wir ja schon in Tolk.
Damit das kirchliche Leben in den sieben Gemeinden weiterläuft wie bisher, soll es überall Ortskirchenausschüsse geben, die Ideen austauschen und Veranstaltungen planen und durchführen, zusammen mit den Pastoren. In jeder Gemeinde gibt es ja andere Schwerpunkte, das wird auch weiterhin so sein.
Unser Fahrplan sieht im Augenblick vor, dass wir bis November 2020 bereits eine Fusionsvereinbarung haben, in der festgehalten ist,

  • wie die neue Kirchengemeinde heißen soll,
  • welches Siegel wir führen werden,
  • wie wir mit unseren Finanzen umgehen wollen,
  • wie die große Gemeinde gegliedert sein soll (Stichwort: Ortskirchenausschüsse usw.).

Bis Oktober 2021 soll die Fusion bereits vollzogen sein, damit die Wahlen zum neuen Kirchengemeinderat für Dez. 2022 an anderer Stelle vorbereitet werden können.

Sie dürfen sich gern mit Vorschlägen an der Namensfindung beteiligen! Vielleicht bleiben wir am Ende aber auch bei dem Namen, den wir jetzt seit einigen Jahren führen: „Angeln-Süd“.

Ich hoffe, auf diese Weise ein wenig Verständnis geweckt zu haben für so eine weitreichende Veränderung. Wichtig ist uns allen: Es soll auch in Zukunft eine gute und verlässliche pastorale Versorgung für alle Kirchenmitglieder geben. Und wir wollen unsere kulturelle Gemeindevielfalt entdecken und bei regionalen Veranstaltungen feiern.

Christoph Tischmeyer,

Pastor und Vorsitzender des Runden Tisches bzw. des Fusionsausschusses

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