St. Johannis-Kirche Thumby: Die Kirchenfenster sind fertig

sdr

Anfang Februar hat der „FensterHandwerker“ Volker Marten aus Hessen die drei letzten großen Fenster auf der Nordseite der Thumbyer St. Johannis-Kirche wieder vervollständigt. Damit ist die gründliche Instandsetzung der Kirchenfenster mit Leinöl abgeschlossen. Wir freuen uns, dass dieser erste Schritt schon gemacht ist, bevor es Mitte März/Anfang April 2020 mit den umfangreichen Arbeiten am Dach und später am Fußboden der Kirche weitergeht!

aufgearbeitetes Kirchenfenster

Insgesamt wurden neun Fenster aufgearbeitet: sechs große Kreuzstockfenstern auf der Süd- und Westseite, zwei kleine Stichbogenfenster (im Vorhaus) und die beiden Buntgasfenster auf der Westseite. Das wurde möglich durch diverse Spenden und Kollekten von den Menschen aus Schnarup-Thumby und Struxdorf – ja, auch Struxdorfer haben gespendet (so wie so mancher Schnarup-Thumbyer dabei war, als es vor einigen Jahren um die Erneuerung der Glockenaufhängung im Glockenstapel zu Struxdorf ging). Insgesamt kamen rund 2.600,00 € an Spenden zusammen! Vielen herzlichen Dank nochmals an alle Spenderinnen und Spender! Außerdem haben wir Zuschüsse vom Landesamt für Denkmalschutz und von der Landeskirche bekommen (in Höhe von jeweils 6.400,00 €), weil die Leinölbehandlung der größtenteils etwa 120 Jahre alten Fenster als schleswig-holsteinisches Pilotprojekt als sehr förderungswürdig eingestuft wurde. Insgesamt wurden knapp 20.000,00 € für die Maßnahme ausgegeben.
Die Arbeitsschritte waren folgende:

  • die Fensterflügel wurden ausgeglast und der alte Kitt entfernt
  • vom Blendrahmen und den Fensterflügeln wurden die Kunstharz- und Farbschichten gründlich entfernt
  • die Eisenteile wurden entrostet und gereinigt, an manchen Stellen auch repariert oder ergänzt. Das Leinöl hat den Nebeneffekt, dass es das Eisen konserviert.
  • Fenster und Blendrahmen wurde instandgesetzt, inkl. Holzreparaturen, wo erforderlich
  • es folgten drei Farbanstriche mit Leinölfarbe, in dem Farbton „Hafergrau“ (vorher hatte man festgestellt, dass das die ursprüngliche Fensterfarbe war)
  • die Fensterflügel wurden gerichtet, eingeglast in ein neues Kittbett, dabei defekte Scheiben durch historisches Glas ersetzt.
    Hella Hansen-Olizeg aus Köhnholz wurde angelernt und ist nun mit den Arbeitsschritten und der Leinölmethode vertraut. (Mittlerweile hat sie bei sich zu Hause übrigens die gesamte Palette des schwedischen Leinölherstellers Allbäck im Angebot.)
    Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Fenster in der neuen Farbgebung sehen edel aus. Gucken Sie gern mal vorbei und freuen sich mit!
    Pastor Christoph Tischmeyer

1 Kommentar

  1. Jedes Restaurierungsvorhaben hat seine Besonderheit. Da gibt es nicht selten Herausforderungen, mitunter Schwierigkeiten, aber auch Anerkennung von den Auftraggebern und Nutzern, denn Sie wissen, dass ihre Kirche etwas Besonderes ist und eine besondere Behandlung verdient. Die Restaurierung der Kirchenfenster von 1849 bedeutete, sie in ihren ursprünglich qualitativ hochwertigen Zustand zurückzuversetzen. Reste der ursprünglichen Leinölfarbe wurden wieder gefunden und die neue Farbfassung mit Leinölfarbe darauf wieder aufgebaut, nachdem das Holz mit Leinöl getränkt wurde. Die seit den 1960er Jahren verwendeten filmbildenden und damit rissbildenden Kunstharzfarben wurden schonend entfernt und somit eine künftige dauerhafte Pflege mit Leinöl ermöglicht. Hella Hansen-Olizeg aus Köhnholz ist es zu verdanken, dass Leinöl und Fenster wieder zueinander fanden: darum sei ihr auch bedankt. Sie hat mir mein Handwerk abverlangt und die zwei kleinen Stichbogenfenster restauriert. Pastor Christoph Tischmeyer hat meine Arbeit mit großem Interesse – auch für das Detail! – begleitet und diese Restaurierungsarbeit dadurch zu einer für mich bleibenden, schönen Erinnerung an Schnarup-Thumby, Struxdorf und seine schöne Umgebung gemacht!
    Volker Friedrich Marten, FensterHandWerker

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*

code