Aus dem Herzen: Sport gehört zum Leben und Dorfsport zum Dorfleben

Beim Gospelgottesdienst im Februar in Struxdorf wählte Pastor Christoph Tischmeyer das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, um auf die scheinbare Differenz zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit hinzuweisen. Und auch mir erschloss sich anfangs das Verhalten des Weinbergbesitzers nicht, der dem, der nur eine Stunde arbeitete, den gleichen Lohn gab, wie dem, der den ganzen Tag in der Hitze geschuftet hatte. Erst als die Randbedingungen klarer wurden, die einen Tageslohn als notwendig aufzeigten, um eine Familie zu ernähren, konnte ich diese Zahlweise akzeptieren. Dass ich allerdings in unserer Gemeinde auf eine ähnliches Beispiel stieß, bewegte mich sehr. Denn bei der Jahreshauptversammlung der SG Thumby ging es um die
Zukunft säumiger Zahler. Der rein wirtschaftliche Ansatz wäre der Ausschluss aus dem Verein und unter Umständen ein Einklagen der ausstehenden Beiträge gewesen. Doch erhoben sich dagegen sofort Bedenken aus der Versammlung. „Sollen wir Kinder für das Fehlverhalten ihrer Eltern bestrafen?“, wurde gefragt und Vereinsvorsitzender Helmut Witt erklärte ausdrücklich, dass er kein Kind aus solchen Gründen vom Sport ausschließen werde. Er werde das Gespräch mit den Eltern suchen und versuchen Lösungen zu finden.
Dabei wird es auch zu Vorwürfen braver Beitragszahler kommen, die sehen, dass ihr Nachbar oder seine Kinder quasi beitragsfrei am Sport teilnehmen. „Ist das gerecht?“ Hierzu ein Beitrag von Bürgermeister Andreas Bonde, der in seinem Grußwort bei der Versammlung sagte: „Sport gehört zum Leben und Dorfsport zum Dorfleben!“ Und ich bin stolz darauf, in einem Dorf mit solchen Grundsätzen leben zu dürfen.
Claus Kuhl

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