Gospelchor: Chorleiterin Anderson „probte“ virtuell via Internet

In Zeiten des Coronavirus und der entsprechenden Gegenmaßnahmen haben es Chöre schwer. Denn die Sängerinnen und Sänger sitzen bei ihren Proben oft so dicht aufeinander, dass manchmal selbst die Luft zum Atmen knapp wird. Deshalb sind auch alle Proben in der momentanen abstandsorientierten Zeit abgesagt. Der Gospelchor Steinbergkirche bildet hierbei eine Ausnahme. Denn Sängerin Jana Höhn aus Niesgrau hat dafür einen virtuellen Probenraum eingerichtet.
Am Montag um 20 Uhr, zur gewohnten Probenzeit, loggen sich die Sängerinnen und Sänger ein und werden auf den Bildschirmen ihrer Vereinskollegen mit Bild und Ton angezeigt. „Leider haben nicht alle die technische Ausrüstung, um mitzumachen“, bedauert Chorleiterin Andrea Anderson. Sie sitzt mit ihrem Klavier zu Hause in Schnarup-Thumby und gibt für alle den Ton an.
Nach kurzem technischen Vorgeplänkel und ein bisschen privatem Austausch ertönt das erste Lied. „Das macht Spaß – aber schön ist anders“, tönt es aus dem Sängerkreis. Denn der Vortrag ist weit von der normalen Qualität des Gospelchors entfernt. Durch die Verzögerungen und Störungen des Internets hört sich die Interpretation eines bekannten Liedes mehr nach einem ersten Einsingen an, bei dem Tonhöhen und Einsätze erst noch gefunden werden müssen.
„Deshalb deklarieren wir dieses Treffen im Internet auch nicht als Übungsstunde“, verrät Anderson. Man wolle auch in diesem Zeiten gemeinsam singen und sich sehen. Dabei betont sie das Wort „sehen“. „Es ist die einzige Möglichkeit, in solchen Zeiten Kontakt zu halten und sich auszutauschen“, fährt sie fort.
Beim nächsten Lied werden die technischen Randbedingungen geändert. Nur noch das Mikrofon der Chorleiterin bleibt eingeschaltet. Klavier und ihre Stimme sind von allen Teilnehmern zu hören. Aber sonst hört jeder nur seine eigene Stimme. „Das ist wie Karaoke“, ist der Kommentar aus dem Teilnehmerkreis. „Das ist zwar immer noch nicht optimal, aber wir fühlen uns jetzt besser“, meint Chorleiterin Anderson nach dem Abschluss des Probenabends.
Claus Kuhl

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