St. Johanniskirche Thumby: Dachsanierung hat begonnen

Seit mehr als einem Jahr werden in der Sankt Johanniskirche von Thumby keine Gottesdienste mehr abgehalten. Das ist auch nicht möglich. Denn das gesamte Kirchengestühl ist ausgebaut, ein Teil des Fußbodens aufgenommen und Altarraum, Kanzel sowie Orgel sind hinter Abdeckungen verschwunden.
Das Innere ist von einem Gerüst gefüllt, das es ermöglichte, die komplette Innenverkleidung zu entfernen. Dies geschah unter der Aufsicht eines Restaurators. Dessen Hauptaugenmerk galt dabei den beiden medaillonartigen Deckengemälden des Malers August Olbers, die den Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies und die Geburt Christi darstellen.
Es handelt sich dabei um vorbereitende Maßnahmen zu einer kompletten Sanierung des Daches. Denn bereits 2008 war festgestellt worden, dass Balkenköpfe und Sparrenfüße durch verschiedene Arten von Pilz oder Insekten an einigen Stellen bis zur absoluten Auflösung angegriffen waren. Auch wurde an zwei Stellen Schwammbefall entdeckt.
Danach wurde in Gemeinde und Kirchenkreis viel und lange geplant, probiert und gerechnet. Doch erst im April begannen die konkreten Sanierungsarbeiten.
„Gemeinde und Kirchengemeinderat sind unglaublich froh, dass wir die Kirche jetzt nach vielen Jahren des Hoffens und Wartens endlich sanieren können“, verrät Pastor Christoph Tischmeyer.
Anfang der Woche wurden mit einem Kran die Ziegel vom Dach genommen und eine Plane als Wetterschutz angebracht. „In der nächsten Woche beginnen wir die Gesperre (Dachbalken) herunter zu nehmen“, erläutert Gemeindearchitekt Nico Harksen. In drei Schritten würde dann das Dachgebälk abgebaut und in einer Werkstatt restauriert sowie saniert. „Parallel dazu wird die Mauerkrone als Auflage für den neuen Dachstuhl hergestellt“, fährt er fort. Dies würde von einer Fachfirma erledigt, da die Stellen mit Schwammbefall speziell bearbeitet werden müssten. Nach Wiederaufbau der Dachkonstruktion und Neueindeckung mit Dachziegeln würden die Gerüste abgebaut und auch die Dränage und der Fußboden der Kirche neu angelegt. Dann an einigen Stellen seien die Mauern feucht. „Wenn das Wetter mitspielt, könnte das Dach im August fertig werden“, vermutet Harksen. Denn da man jetzt alle kritischen Stellen einsehen könne, sei man vor unliebsamen Überraschungen relativ sicher.
„Mit einer Wiederaufnahme des Gottesdienstbetriebs können wir aber frühestens im Spätherbst rechnen“, gibt Pastor Tischmeyer zu bedenken. Denn es seien noch Restarbeiten zu erledigen, welche die Gemeinde in Eigenleistung erbringen müsse. Eine sei der dringende Neuanstrich des Kirchinneren. Dazu werde er einen Aufruf starten, der hoffentlich Resonanz finden werde.
Finanziell ist das Projekt der Dachsanierung relativ abgesichert. „Nach Auswertung der Ausschreibungen ist die Obergrenze von 400 000 Euro einzuhalten“, verrät Tischmeyer. 234 000 Euro seien als Zuschuss vom Kirchenkreis zugesagt. 48 800 Euro stünden an Eigenmitteln bereit. Die Nordkirche beteilige sich mit 10 000 Euro und das Landesamt für Denkmalpflege schieße 6000 Euro zu. Den Rest erwarte man von verschiedenen Stiftungen, bei denen man Anträge gestellt habe.
Eine davon ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Als die größte private Initiative für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein setzt sie sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Für das Förderobjekt Sankt Johanniskirche hat sie bereits eine Fördersumme von 25 000 Euro zugesagt. „Die private DSD leistet auf diese Weise ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen“, schreibt Thomas Mertz von der DSD-Pressestelle.
Foto: Pastor Christoph Tischmeyer demonstriert, wie das Innere der Sankt Johanniskirche im Augenblick aussieht.
Claus Kuhl

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