Gottesdienst in der Scheune: Erntedank

In diesem Jahr wurde der Erntedankgottesdienst der Kirchengemeinde Thumby-Struxdorf Corona-bedingt völlig anders gefeiert als in den Jahren zuvor. In der für unsere ländliche Region überaus wichtigen Feier findet üblicherweise in jeder der beiden Kirchen ein eigener Gottesdienst statt, der traditionell durch die Chorgemeinschaft Thumby-Struxdorf musikalisch begleitet wird. Das Schmücken der Kirchen liegt reihum bei den verschiedenen Ortsteilen.
Doch momentan wird die Thumbyer Sankt- Johannis-Kirche saniert und in der Sankt- Georgs-Kirche von Struxdorf hätten gerade einmal 17 Besucher bei Einhaltung der Hygienevorschriften Platz gefunden. Deshalb be­schloss man im Kirchenvorstand nur einen Gottesdienst abzuhalten. Dieser wurde kurzerhand in die Scheune von Angelika und Rainer Kleinlosen in Struxdorf verlegt. Der Ort ist vom Public Viewing während der Fußballweltmeisterschaft bekannt. Stühle sind vorhanden und der Raum konnte schnell leergeräumt werden. Ein Erntedank-Vorbereitungsteam be­stehend aus Birte Munnecke, Susanne Fritz, Dörte Nissen, Angelika Kleinlosen, Grit Bliesmer und Meri Sönnichsen vermaß mit dem Zollstock 52 Stuhlposition und richtete den Gabentisch mit den Feldfrüchten her.
Der Gottesdienst selbst musste ohne Gesang auskommen. Rainer Kleinlosen interpretierte dazu bekannte Kirchenlieder auf dem Klavier, während Pastorin Reinhild Koring die zugehörigen Texte verlas.
„Das war eine super Alternative“, erklärte Gottesdienstbesucherin Gerda Zielke. „Die Musik war erfrischend und die Kirchenlieder peppiger gespielt“, ergänzte Angelika Lass. „Es war anders, aber mit den Möglichkeiten, die wir hatten, war es ein toller Gottesdienst“, kommentierte Agnes Magnussen die Erntedankfeier.
Die Pastorin vertiefte in ihrer Predigt die Speisung der 4000 mit Erntedank und den Einschränkungen durch den Corona-Virus. „In diesem Jahr denken wir vielleicht weniger an Äpfel und Birnen beim Erntedank sondern durch Corona mehr an gemeinschaftliche Verantwortung, Mitgefühl und Rücksichtnahme“, mahnte sie.
Dabei kam Schnarup-Thumbys Altbürgermeister Hans Konrad Sacht die Lage der Landwirtschaft zu kurz. „Ich hätte gerne ein paar Worte über das seelische Befinden der Landwirte gehört, die durch alle Arten von Regelungen eingeengt werden und dadurch in vielen Fällen ihren Betrieb ganz aufgeben müssen“, fasste er seinen Aspekt zu Erntedank zusammen.
Das Foto auf Seite 4 zeigt die Aktiven des Erntedankgottesdienstes in der Scheune (von links) Reinhild Koring, Angelika und Rainer Kleinlosen, Grit Bliesmer, Susanne Fritz, Dörte Nissen, Meri Sönnichsen.
Claus Kuhl

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