Oktoberzeit – Apfelzeit: Eierpannkook

Es ist wieder Apfelzeit. Zeit zum Äpfel sammeln, Apfelkuchen backen, Apfelmus kochen, Für Äpfel in allen Variationen. Besonders lecker: Pfannkuchen mit Apfelscheiben im Teig, in der Pfanne mitgebacken, dazu Zucker und Zimt, hmm.
Mir kommt eine Begebenheit in den Sinn, die sich vor über 10 Jahren zugetragen hat. Ich kam in meiner Dienstzeit als Pflegeassistentin in ganz Angeln herum. Anfangs wurden außer der Pflege noch oft Mahlzeiten zubereitet, wenn jemand dazu nicht in der Lage oder eine Mutter außer Haus, zur Kur oder im Krankenhaus war.
Ein alter Herr hatte sich den Arm gebrochen. Ich hatte den Auftrag, für ihn ein Mittagessen zu kochen. Er wohnte in einem schönen alten Strohdachhaus mit großem Garten. Ich wurde freudig empfangen und er zeigte mir seine Küche und die Speisekammer. „Moken Se mi man Eierpannkook, ich sett mi noch beeten rut op de Bank!“ – Also los, Pfannkuchen wollte er. Ich fand im Kühlschrank die Milch; Mehl war im Küchenschrank; Eier standen in der Speisekammer, und etwas Salz fand ich auch. Ich kannte mich gut in fremden Haushalten aus, Nun noch die Rührschüssel und den Handmixer und Butter zum Backen. Ich schaute durchs Küchenfenster und sah unter einem Baum viele Äpfel liegen, toll, das würde ihm sicher schmecken. Also noch schnell einen Apfel in Scheiben geschnitten und los gings, allmählich hatte ich schon fünf schöne Apfelpfannkuchen auf dem Teller. Wohl ein bisschen viel, aber der alte Herr sollte ja satt werden. Es war immer noch Teig in der Schüssel. Da ging die Tür auf und der Herr meinte: „Dat rükt jo so gut!“ Er kam näher an den Herd: „Wat moken Se denn dor? Dat is doch keen Eierpannkook! – Aber mokt nix, Pannkoken heff ick all lang nich mehr hatt! Se möt mi de bloß beet tweischnien.“ Ich war sehr erstaunt. Was hatte ich denn falsch gemacht? „Schnacken Se keen platt? Man kann ook Röhr-Eier seggn“.
Rühreier also. Hätte etwas weniger Arbeit gemacht und wäre auch schneller gegangen. Aber ich hatte etwas dazugelernt. „Dat is veel to veel, eeten Se man ook een Pannkook!“ Das tat ich gern, und er erzählte mir dann, dass seine Frau gestorben sei und er nun gar nicht wüsste, was er mit all den Äpfeln machen sollte. Ich könne mir alle aufsammeln und mitnehmen. Am Baum wär ja noch so viel. So kam ich mit etlichen vollen Plastiktüten nach Hause. Wir hatten selbst genug Äpfel, sollten aber sowieso zur Mosterei. Ich erzählte meinem Mann von den Eierpannkooken und er meinte auch, das seien doch „normale“ Pfannkuchen – keine Rühreier. Vielleicht gibt es da verschiedene Meinungen?
Herta Andresen

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