Sozialtherapeutische Einrichtung: Mit Praxispreis ausgezeichnet

Die sozialtherapeutische Einrichtung Ekebergkrug (StEEg) in Struxdorf erhielt vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein den Praxispreis für Innovation und fortschrittliches Engagement in Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 5000 Euro verbunden. Teilnahmeberechtigt waren Einrichtungen, die innovative Projekte im Umgang mit Kindern und Jugendlichen entwickelt haben, welche nicht in der elterlichen Häuslichkeit leben oder hiervon bedroht sind. Die offizielle Preisübergabe im Ministerium musste Corona-bedingt nach zweimaliger Absage auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Deshalb wurde die Urkunde vorab zugesandt und auf einer internen Feier im Kernhaus der Einrichtung präsentiert. „Sie haben tolle Projekte auf den Weg gebracht, die eine Auszeichnung verdient haben“, schreibt dazu Sozialminister Heiner Garg in seinem Begleitbrief. Im Mittelpunkt stünde dabei immer das Wohl und die Förderung der Kinder und Jugendlichen. Ausgezeichnet wurde die Initiative der Gründerin Erika Fürst zum Aufbau der Station E3 im Schleswiger Landeskrankenhaus, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, entlassungsfähige Jugendliche mit Handikap auf die Eingliederung in den Arbeitsmarkt vorzubereiten, heißt es im Begleitbrief. Diese Station ging später in die StEEg über. Fürst selbst betonte in ihrem Kommentar, dass dies vor etwa 50 Jahren eigentlich nur ein Nebeneffekt der „Befreiung“ dieser Jugendlichen gewesen sei. „Hauptgrund war das Wahrnehmen vom Leid und das bedingungslose Wollen dies zu ändern, Mitgefühl zu haben und dann etwas zu tun, um dies von der Pike auf zu verändern“, fasste sie ihre Motivation zusammen. Die momentane Bewegung, Skandale in diesem Bereich aufzudecken, zu reflektieren, Medien einzuschalten, Betroffene anzuhören und Entschädigungen zu zahlen, sei gut. „Aber es reicht nicht!“, fuhr sie fort. Sie wünsche sich, dass dieses unsägliche Leid psychisch Kranker nicht nur verhindert werde, sondern Orte geschaffen würden für ein schönes, würdiges, lebendiges Menschsein. „Das Preisgeld werden wir für genau diese Zwecke einsetzen: für Aufklärung und Fortschritte in Gedanken, Worten und Wirken.“, schloss sie. Das Foto zeigt StEEg-Leiterin Erika Fürst und Klaus Böhm, den dienstältesten Betreuten der Einrichtung.
Claus Kuhl

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