Geschenk zum 80. Geburtstag: Reise in die Vergangenheit

Erinnerungen – eine Geschichte, die das Leben schrieb. So lautete die Überschrift eines Berichts, den Herta Andresen für das 5W-Heft im Februar 2021 zu Papier brachte. Und hier schreibt nun die, um die es darin ging, nämlich Anke Rudszuk, geb. Beer, aus Duisburg.
Ich bin im Februar 80 Jahre alt geworden und bekam von meinen Kindern eine Reise in die Vergangenheit geschenkt. Die Freude bei mir war riesengroß. Zum 80ten Geburtstag keine Gäste (dank Corona!), aber stattdessen dieses tolle Geschenk!
Am 1. Oktober fuhr ich mit meinen Kindern, (eine Tochter, ein Sohn und eine Schwiegertochter) meinem einzigen Enkel und mit meiner Schwester Renate in den Ort, in dem Renate und ich ca. sieben Jahre unserer Kindheit verbrachten: nach Schnarup-Thumby in Angeln. Unser Besuch galt dem Bauernhof, auf dem wir mit den Eltern 1945 bis 1952 wohnten und natürlich auch unserem Spielkameraden von damals, nämlich Johannes Andresen, heute auch schon 84 Jahre alt.
Nachdem mein Sohn vor meinem Geburtstag Johannes ausfindig gemacht hatte, wurde von beiden Seiten ausgiebig telefoniert und geschrieben. Herta und Johannes luden mich, meine Familie und Renate zu sich ein. Wir hatten uns in Süderbrarup ein Hotel zum Übernachten ausgesucht .Schon der Weg von dort zu Andresens war total aufregend, denn es hatte sich überall so viel verändert. Wir fuhren auch zu unserer alten Schule in Thumby. Auch hier war natürlich alles anders als vor 69 Jahren.
In Schnarup bei Herta und Johannes angekommen wurden wir freudig begrüßt und stärkten uns bei einer schönen, reichhaltigen Kaffeetafel. Dabei tauschten wir eifrig alte Erinnerungen aus. Wir hätten Tage gebraucht, um alles aufzuarbeiten.
Bei der Begehung des ehemaligen Bauernhofes erinnerten wir uns an Vieles, wenn natürlich auch nach so vielen Jahren einiges fremd war. Der wunderschöne Garten lud zum Schauen ein. Nach ein paar von Hertas selbstgemachten Likörchen und schönen Stunden in Schnarup fuhren wir zurück ins Hotel, um die Eindrücke sacken zu lassen.
Am zweiten Tag ging‘s früh aus den Federn nach Kappeln an der Schlei. Bei schönstem Wetter machten wir mit dem Raddampfer eine sehr schöne Rundfahrt auf der Schlei. Am Nachmittag waren meine Schwester Renate und ich zum Kaffee eingeladen bei Gerda Nissen, die heute Zielke heißt. Auch Gerdas Schwester Annemarie war zur großen Überraschung aus Schleswig dazugekommen. Während unserer Kinderzeit in Schnarup waren wir oft bei Gerda und Annemarie zum Geburtstag eingeladen gewesen. Wir erinnerten uns an die Torten, die es da immer gab, damals ein Festschmaus! Nach eifrigen Gesprächen, Kaffee und Kuchen und einem Gläschen Sekt war auch hier die Zeit viel zu kurz.
Abends bei einem Essen in unserem Hotel mit uns allen und mit Johannes und Herta wollten die Erinnerungen auch noch kein Ende nehmen. Wir saßen lange fröhlich zusammen.
Am dritten Tag kam dann der Abschied von Angeln. Wir fuhren alle aufgewühlt, vor allem Renate und ich, zurück nach Hause. Ich bedanke mich bei meinen Kindern für dieses großartige Geschenk! Wir werden mit den Schnarupern in Verbindung bleiben und hoffen darauf, uns alle irgendwann noch einmal wiederzusehen.
Duisburg, im Oktober 2021
Anke Rudszuk, geb. Beer

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