Aus dem Herzen: Steter Tropfen höhlt den Stein

Human ist der Mensch, für den der Anblick fremden Unglücks unerträglich ist und der sich sozusagen gezwungen sieht, dem Unglücklichen zu helfen. (Voltaire)

Wie zerbrechlich der Frieden auf unserer Welt ist, haben wir leider Ende Februar diesen Jahres erleben müssen. Mir geht es wie wahrscheinlich vielen von Ihnen sehr nahe, wenn ich die Nachrichten sehe. Verschiedene Emotionen durchlaufen mich bei den derzeitigen Geschehnissen auf der Welt, speziell im Hinblick auf die Ukraine. Gegen 20:15 Uhr sitze ich mit feuchten Augen auf meinem Sofa und fühle mich einfach hilflos. Auf die Frage unserer Tochter, warum so etwas geschieht, finde ich keine Antwort. Wie soll ich etwas erklären, das ich selbst nicht verstehe oder nachvollziehen kann? Am 1. März fand ich auf Facebook einen Aufruf zur Spendenaktion in Glücksburg. Es wurde um Sachspenden gebeten (Wasser in Flaschen, Verbandsmaterial, Bettwäsche, Hygieneartikel, Konserven, Bettdecken). Also haben wir uns kurzerhand zusammengesetzt, Dinge in Tüten gepackt und nach Glücksburg gebracht. Die Initiative dort vor Ort ging von der FDP aus. Ehrenamtliche Helfer halfen uns beim Ausladen und bedankten sich. In einem kurzen Gespräch teilten sie mir mit, dass am Abend ein Bus der Rohde Verkehrsbetriebe kommen würde, alle Spenden verstaut und sich am Mittwochmorgen auf den Weg direkt an die polnisch/ukrainische Grenze begeben wird. Gefühlt war die Freude der Helfer über unser abgegebenes Verbandsmaterial am Größten. Nachdenklich machten wir uns auf den Weg nach Hause.Unser Anteil an dem ganzen Geschehen fühlte sich an wie der Tropfen auf dem heißen Stein. Aber durch die große Unterstützung, die derzeit allerorts für die Ukraine organisiert wird, ist es vielleicht doch eher der stete Tropfen, der den Stein höhlt.
Stefanie Merkel

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