Aus dem Herzen

In der Krise beweist sich der Charakter (Helmut Schmidt).

Es wird viel geredet von Solidarität, doch wo fängt diese an und wo hört sie auf? Mich rief die Tage mein Aquasport-Trainer an und entschuldigte sich, weil er vorerst das Schwimmbad schließen muss. Ich wurde Zeuge eines Gesprächs zwischen Fitnesstrainer/Inhaber und Kunden. Das Studio muss ebenfalls schließen! Beide Inhaber überlegten bereits wegen Zusatztagen (z.B. sonntags) und Wiedergutmachung für ihre Kunden, damit die Mitglieder bleiben! Der eine Kunde (einer von vielen) beharrte auf sein Recht und drohte mit Rücklastschrift! Ich stehe daneben und stelle mir die Frage, wo bleibt die sogenannte Solidarität? Haben die Geschäftsführer/Inhaber sich die derzeitige Situation ausgesucht? Haben die Geschäftsführer aktiv zu der derzeitigen Entwicklung beigetragen? NEIN! Sie folgen lediglich den Anweisungen von Politik/ Land/ Bund!
Fragt sich der Endabnehmer, wie Kleinunternehmen diese Differenzen auffangen sollen und nach dem Virus weiter leben/ machen/existieren werden? NEIN! Hier greift die Ellenbogengesellschaft! Jeder ist sich selbst der Nächste! Ist das der Sinn der sogenannten Solidarität? Es gibt diverse Berufsgruppen, denen an dieser Stelle ein DICKE FETTES DANKE zusteht (ich verzichte darauf, alle explizit zu nennen, denn ich kann nur wen vergessen!). Vielleicht ist jeder EINFACH dazu angehalten einmal über den Tellerrand hinaus zu sehen! Sicher müssen alle gerade in dieser Zeit auf ihr Geld achten und in den Familien, wo sogar beide Elternteile zur Kurzarbeit verpflichtet werden, wird der Gürtel immer enger. Dessen bin ich mir bewusst. Aber ich denke, auch mit Kleinigkeiten kann jeder irgendwo helfen/ unterstützen. Unser Dörpskrug „Zur Kastanie“ hat als Reaktion auf die Schließung der Kneipen ein paar Außerhausgerichte im Angebot. Bäcker Hecker backt wie gehabt unser Brot und fährt dieses ebenfalls im Wagen weiterhin von Tür zu Tür. Es sind Kleinigkeiten, aber mit ein wenig Unterstützung dieser als Beispiel genannten Betriebe können wir etwas machen; nämlich hin und wieder dort bestellen bzw. unser Brot kaufen!
An dieser Stelle möchte ich unsere SG Thumby e.V. erwähnen, die mit tollem Beispiel vorangeht und die Mitgliedsbeiträge für April 2020 nicht einzieht! DAS finde ich solidarisch! KEINER von uns möchte die derzeitige Situation und KEINER kann gerade etwas daran ändern!
Denkt nicht nur an euch! Denkt auch an die Menschen/Existenzen, die hinter den Kulissen stehen! Überlegt, was diese Situation für diese Menschen bedeutet und dann sind wir alle vielleicht in der Lage von SOLIDARITÄT zu sprechen! Ich finde es UNMÖGLICH, wie mit Menschen gesprochen/umgegangen wird, die gerade in dieser Zeit ihren Beruf ausüben! Statt Pöbeleien gehört diesen Menschen Respekt und Anerkennung entgegen gebracht! Egal, welcher Berufssparte! Verkäufer*innen tragen keine Schuld daran, wenn das Klopapier, das Mehl, die Nudeln oder Konserven vergriffen sind! Stellt euch immer vor, ihr stündet am anderen Ende der Kasse oder des Tresens! Wie möchtet ihr behandelt werden? Oder ihr seid selbstständig: Wie wollt oder könnt ihr überleben und am Ende sogar noch eure Angestellten bezahlen? Also finde ich: Bleiben wir entspannt, menschlich, solidarisch und zu Hause!!!
Natürlich birgt gerade das Zu-Hause-Bleiben seine Tücken. Plötzlich bemerken wir unsere Einschränkungen; sind dazu angehalten, uns tatsächlich einmal mit uns zu befassen und auseinanderzusetzen. Nicht umsonst gibt es bereits bei diversen Einrichtungen und Verwaltungen „Sorgentelefone“ für jegliche Art von Krise. Wir haben heute, wo ich diesen Beitrag schreibe, Tag FÜNF der auferlegten Ausgangsbeschränkung und die Stimmung ist bereits merklich gekippt. Ich nehme eine gedrückte Atmosphäre beim Einkaufen war und zu Hause fällt mir selbst zum Teil die Decke auf den Kopf. Doch auch Positives hat die derzeitige Situation bereits ergeben. Zum Abschied wünschen sich alle derzeit kein „Mach’s gut“ oder „Schönen Abend“, sondern es heißt jetzt: „Bleibt gesund!“ Und das ist eine Sache, die mir gefällt und die, wie ich meine, gerne nach Corona beibehalten werden darf. Außerdem gibt es für viele Dinge Alternativen. Z.B. werden wir von der 5W-Redaktion unsere nächste Sitzung via Telefonkonferenz abhalten. Ich bin gespannt und neugierig auf dieses Experiment und vielleicht müssen wir uns jetzt mehr denn je auf diese außergewöhnlichen Dinge freuen und uns das Positive aus dieser Gesamtsituation heraus ziehen!
In diesem Sinne: Wir schaffen das. Manchmal sollten wir lediglich in den Spiegel schauen und uns an die eigene Nase packen. Und nicht zu vergessen: Es ist eine absehbare Zeit, in welcher unsere Spaßgesellschaft für sich Abstriche machen muss! Ich denke, wir werden es überstehen! Also, bleiben Sie/bleibt gesund!
Herzlichst, Stefanie Merkel

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